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Vogelgrippe: Naht ihr euch wieder, schwankende Gestalten... PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Gerhard Wisnewski   
Monday, 28. August 2006

Wissenschaft

 
 

Von Gerhard Wisnewski

"Ihr naht euch wieder, schwankende Gestalten, die früh sich einst dem trüben Blick gezeigt", dichtete schon Goethe. Natürlich  hat er dabei nicht die deutsche Seuchen-Kassandra Thomas Mettenleiter gemeint, die derzeit wieder verstärkt von ihrem Insel-Sitz herab von dräuenden Epidemien unkt. Aber Mettenleiter, Chef des Friedrich-Loeffler-Seucheninstituts (FLI) auf der Insel Riems, hat seine hellseherischen Fähigkeiten schon des öfteren unter Beweis gestellt.



Vor der "Entdeckung" der Vogelgrippe auf der Insel Rügen am 16. Februar 2006 schrieb das FLI schon am 9.  Februar 2006 in einer Pressemitteilung: "Nach Einschätzung des Friedrich-Loeffler-Institutes geht insbesondere von Zugvögeln, die auf der Ost-Route über den Nahen Osten und die Türkei fliegen, ein Einschleppungsrisiko aus. Da nicht vorhersehbar sei, in welchen Gebieten in Deutschland die Vögel rasten, sei das bundesweite Einsperren der Tiere sinnvoll. Bund und Länder befürworten aufgrund dieser Risikoeinschätzung ein bundesweites Aufstallungsgebot für zwei Monate ab dem ersten März."

Am 14. Februar 2006 hieß es in einer Pressemitteilung des FLI: "Eine Einschleppung des Virus durch Wildvögel über kürzere Entfernung kann demnach aber ebenfalls nicht mehr ausgeschlossen werden. Daher empfiehlt das FLI die Aufstallung des heimischen Geflügels zum nächst möglichen Zeitpunkt. "

So geschah es dann auch. Am 16. Februar fand das FLI das H5N1 Virus in Höckerschwänen auf der Insel Rügen, und kurze Zeit später wanderten Millionen Enten, Hühner und Truthähne in den Stall, wo sie zum Teil kränker wurden, als es durch die "Vogelgrippe" jemals möglich gewesen wäre.  Man sieht also: man sollte die Warnungen des  Seuchenprofessors durchaus ernst nehmen.


Deutschland muss sich im Herbst auf Thomas Mettenleiter einstellen, berichtete die Berliner Zeitung.  Quatsch: auf neue Fälle von Vogelgrippe natürlich. "'Die Gefahr eines neuen Ausbruchs ist hoch', sagte der Präsident des für Tierseuchen zuständigen Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI), Thomas Mettenleiter, der Berliner Zeitung. Das auch für den Menschen gefährliche H5N1-Virus befinde sich nach wie vor in der hiesigen Wildvogelpopulation, was nicht zuletzt das kürzliche Auftreten der Krankheit in einem Dresdener Zoo gezeigt habe."

 
 

"Die Wissenschaftler rechnen damit, dass die gleichen Gebiete wie im Frühjahr betroffen sein werden. Dies sind Landstriche in der Nähe von Seen oder Flüssen, wo sich viele Wildvögel zur Rast aufhalten", schrieb das Blatt. Und natürlich in der Nähe von Friedrich-Loeffler-Instituten. Alle drei zuerst mit H5N1 infizierten Landkreise liegen ausgerechnet rund um dasselbe FLI, das den "Ausbruch" der Vogelgrippe im Februar so treffsicher prophezeite. Und auch die weiteren "befallenen"  Landkreise befanden sich in der Nähe von Filialen des Friedrich-Loeffler-Instituts.

Mettenleiter will aber nun nicht etwa die Stallpflicht für seine Wissenschaftler einführen, sondern für das Geflügel. Beziehungsweise: Er will die Stallpflicht wieder aufleben lassen.  Eine Mischung aus gesundem Menschenverstand und Einsicht der Behörden führte nämlich zu zahlreichen Ausnahmegenehmigungen von der Zwangsaufstallung. Ja, von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt wurde die Stallpflicht inzwischen de facto aufgehoben. Sorgen bereitet Mettenleiter laut Berliner Zeitung, daß es "nur noch auf etwa zehn Prozent der Fläche der Bundesrepublik überhaupt Sperrmaßnahmen gibt."

"Ich rege an, die bereits erteilten Ausnahmegenehmigungen vor dem Hintergrund des Vogelzuges noch einmal zu überprüfen, damit Ausnahmen tatsächlich Ausnahmen bleiben", sagte er nun. Die Stallpflicht bleibe nötig; ansonsten könne es "katastrophale Auswirkungen" geben.

Donnerwetter. Auf die "zu erwartende Zuspitzung der Lage" im Herbst würden sich die Experten bereits vorbereiten, berichtete die Berliner Zeitung. "So sei damit zu rechnen, dass die Überwachung von Wildvögeln verstärkt werde, sagte Mettenleiter." Klar: wer suchet, der findet. Wenn die sogenannten "Experten" erst mal wieder im großen Stil auf verendete Wildvögel losgehen, werden sie schon irgendetwas finden, womit sie den nächsten Panik-Tsunami auslösen können. Natürlich nur zu unserem Besten, versteht sich. Vielleicht auch ein bißchen zum Besten des Friedrich-Loeffler-Instituts, bei dem vor  wenigen Tagen die Bagger anrückten, um ein gigantisches Neubauprojekt zu beginnen? Insgesamt 150 Millionen Euro Steuergelder, also 0,3 Milliarden Mark, sollen auf der Seuchen-Insel in den nächsten Jahren für den Bau von neuen Gebäuden verbrannt werden. Da kommt die Vogelgrippe als Rechtfertigung natürlich gerade recht: "Die Investition, die ausschließlich vom Bund aufgebracht wird, ist auch ein Zeichen dafür, wie wichtig Tierseuchenforschung auch heute noch ist. BSE und Geflügelpest haben das ja gerade in letzter Zeit nachdrücklich deutlich gemacht“, wird Mettenleiter in einer Pressemitteilung des Instituts zitiert.

Wie wahr.

"Das traditionsreiche Institut", heißt es in der Pressemitteilung weiter, "von seinem Namensgeber am 10. Oktober 1910 als weltweit erstes und damit heute ältestes Virusforschungsinstitut gegründet, befasst sich mit der Erforschung von Infektionskrankheiten landwirtschaftlicher Nutztiere." Daß das FLI gleich zu Beginn seiner "traditionsreichen Geschichte" vom Festland auf die Insel Riems auswandern mußte, weil es die Umgebung mit der Maul- und Klauenseuche infiziert hatte, verschweigt das Papier tunlichst. Das ist ja auch längst vergessen. Denn nun ist das Institut, und natürlich auch Herr Mettenleiter, "international bekannt", und zwar "unter anderem durch seine Forschungen zur Maul- und Klauenseuche, BSE und Geflügelpest (Vogelgrippe)."