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Geigerzähler ausverkauft: Unabhängiges Strahlen-Messnetz gegründet PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Gerhard Wisnewski   
Wednesday, 23. March 2011
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Die Besorgnis in der Bevölkerung ist gross: Welche Auswirkungen hat das Strahlenereignis von Fukushima auf uns? Wird Strahlung bei uns ankommen? Und wenn ja: wieviel? Auf der anderen Seite ist auch das Misstrauen gegenüber den Behörden gross: Werden sie uns wirklich objektiv über die Strahlenbelastung durch Fukushima informieren? Deshalb habe ich jetzt mit zwei EDV-Experten ein unabhängiges Strahlenmessnetz gegründet, bei dem jeder mitmachen kann.




Ein Gespenst geht um in Europa: Wann kommt sie, die "Strahlenwolke" aus Fukushima? Und kommt sie überhaupt? Und was ist mit den vielen anderen Kernkraftwerken in unserer näheren Umgebung: Sind sie überhaupt sicher? Und werden uns die Behörden objektiv über ihre Strahlenmesswerte informieren? Zahlreiche Menschen haben deshalb tief in die Tasche gegriffen und den nächsten Elektronikladen aufgesucht, um sich einen eigenen Geigerzähler zu kaufen. Doch die Geräte werden knapp. Zur Zeit gibt es einen "weltweiten Run auf Geigerzähler", so "dnews.de" am 22. März 2011. 

 

Geigerzähler sind "in Deutschland derzeit Mangelware", berichtet auch die "Heilbronner Stimme". Nach dem Strahlenereignis in Japan seien etwa die vier verschiedenen Gerätetypen der Firma "Gamma-Scout" innerhalb weniger Tage "komplett ausverkauft" gewesen, "obwohl diese zwischen 300 und 500 Euro kosten". Glaubt man "Gamma-Scout"-Sprecherin Milena Mirow, ist auf dem Markt regelrecht der Teufel los: „Zurzeit haben wir zwanzig Mal mehr Bestellungen als sonst", wird sie von der "Heilbronner Stimme" zitiert. "Neue Geräte zu produzieren, wäre kein Problem. Jedoch warten wir auf Zählröhrchen von einem Zulieferer aus den USA“, so Mirow. Bei Ebay hätten Betrüger sogar schon versucht, nichtexistente Geräte zu verkaufen, was man aber unterbunden habe. 

 

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Strahlenschutzexperten halten solche Messgeräte für Privatleute indessen "für wenig hilfreich", berichtete die "Märkische Allgemeine". Denn: Die Bürger sind einfach zu blöd - pardon: "vermutlich überfordert", so der "Strahlenschutzexperte" von Greenpeace, Christoph von Lieven. "Wenn der Laie nichts über die überall vorhandene Hintergrundstrahlung wisse, könne er nicht unterscheiden, ob der gemessene Wert auf diese natürliche Radioaktivität oder auf künstliche Strahlung zurückzuführen sei", zitiert die "Märkische" auch eine Sprecherin des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS). "Die Geräte sind einfach zu bedienen und überfordern niemanden", widerspricht "Gamma-Scout"-Sprecherin Mirow. Das mag man gern glauben, denn: Auch Laien können lesen. "Wer Interesse an der Materie hat und sich ein wenig damit befasst, kann die Messwerte auch interpretieren", so Mirow. Und geprüft sind die Geräte auch. 


 

Mein Geigerzähler besitzt zum Beispiel ein "persönliches" Zertifikat der Hochschule Mannheim, in dem bestätigt wird, dass mit dem Gerät drei Tage lang die Umgebungsstrahlung gemessen und die Ergebnisse mit einem Referenzgerät verglichen wurden. Die Abweichung betrug dabei maximal plus/minus 5 Prozent. Dem Gerät könne deshalb "eine sehr gute Messleistung bestätigt werden". bescheinigt Professor Dr. E. Foßnag, Leiter des Instituts für Radiochemie und Strahlenschutz der Hochschule Mannheim. Zumindest dieser Strahlenschutzexperte hat also nichts dagegen, den bedienungsfreundlichen Handgeräten seine Absolution zu erteilen. 

 

Dazu kommt: Ein Geigerzähler ist niemals allein. Ein technischer Ausreisser liesse sich relativ leicht "entlarven", weil man seine auffälligen Messwerte natürlich mit anderen unabhängigen Messwerten abgleichen könnte. Wobei es vermutlich auch nicht nur "Gamma-Scout"-Geräte tun, solange sie seriös geprüft und abgenommen wurden. Beim Kauf sollte man deshalb auf eine Bescheinigung einer Universität oder einer anderen anerkannten Institution achten. 

 

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Interessant ist schliesslich, dass die Entwicklung der von einigen Fachleuten geschmähten Handmessgeräte bereits die Folge eines anderen Reaktorunfalls war, nämlich dem von Tschernobyl 1986: "Die Idee ist nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl 1986 entstanden", zitiert die "Märkische" "Gamma-Scout"-Gründer Georg Dieter Mirow: "Wir haben uns gefragt, warum es keine Messgeräte für radioaktive Strahlung gibt, die jedermann in der Schublade haben kann, um nicht allein auf Informationen der Behörden angewiesen zu sein", pflichtet seine Ehefrau bei.

 

Gut gebrüllt, kann man da nur sagen: Und genau diesem "Graswurzeldenken" entspringt auch die Idee unseres unabhängigen Strahlenmessnetzes. Dort können Sie:

 

a) die von allen Teilnehmern erhobenen Daten in Karten und anderen Aufbereitungen ansehen,

b) Ihre selbst erhobenen Daten einspeisen.

 

 

 

 

Hier gehts zum neuen unabhängigen Strahlen-Messportal (beta) 

Hier geht's zum youtube-Kanal von Gerhard Wisnewski

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P.S.: Meine Kopp-Artikel finden Sie zur Zeit über den Link oben links.