Von Gerhard Wisnewski
Es ist
schon ein Rätsel mit diesem Oliver Stone. Als Regisseur von "JFK",
dem Film über das Kennedy-Attentat, müßte er eigentlich sehr
gut wissen, daß der 11.9.2001 eine monströse Neuauflage dieses Attentates
darstellte. Statt dessen drehte er nun einen klebrigen Film über zwei Überlebende
aus dem World Trade Center, der den wahren Drahtziehern der Attentate hilft,
Emotionen aufzuwärmen und zu instrumentalisieren. Titel: "World Trade
Center". Vor der Presse aber liefert Stone bizarre Auftritte, in denen
er von einer Verschwörung spricht.
"Gerade als sich die Runde europäischer und asiatischer Journalisten
an den neuen, versöhnlichen Stone zu gewöhnen beginnen, (sic!) driftet
er allen Bemühungen zum Trotz in politische Gewässer ab", beschwert
sich der Propagandist der Züricher Weltwoche Alain Zucker: "'Ich bin
froh, dass Sie die Frage nach der heutigen Polarisierung im Land stellen: Was
ist seither passiert? War es schlechte Führung? Hat sie falsch entschieden?
Sind wir am Rande eines grossen Krieges? Droht der Zusammenbruch der Verfassung?
Ja, wir sind nahe dran...'" Oliver Stone rede sich in ein Stakkato, meint
Zucker, dem das überhaupt nicht paßt: "Über Bush, der an
der Universität Yale im gleichen Jahrgang war wie er. Über die CIA.
Über die Kabale der Rechten. Über die 'bizarre Entscheidung', im Irak
Krieg zu führen. Über so 'viel mehr Tote' seit 9/11: 'Es ist eine
Schande, ein Schock – eine gottverdammte Verschwörung.'" Na also:
geht doch, möchte man da einwerfen. "Man sagt, ich war ein Verschwörungstheoretiker",
sagt Stone laut Zucker: "Aber inzwischen spielt sich vor unserer Nase eine
der grössten Verschwörungen aller Zeiten ab, und die Leute wachen
nicht auf, diese Idioten sehen sie nicht." Na bitte. Nur noch eine Frage,
Mister Stone: Warum haben Sie sich dann mit Ihrem Film zum Handlanger derselben
Verschwörung gemacht?