Von Gerhard Wisnewski
US-Geheimdienste haben einen
Anschlag auf Los Angeles verhindert? Klar doch. Drahtzieher soll
ausgerechnet Khaled Sheikh Mohammed gewesen sein, der angebliche
Planer der Anschläge vom 11. September 2001. Er habe unmittelbar danach
in Südostasien eine Vier-Personen-Zelle aufgebaut, mit dem Ziel, ein
Flugzeug in das höchste Gebäude von Los Angeles zu fliegen,
schwadronierte "Präsident" George W. Bush am Donnerstag bei einer Rede
vor der US-Nationalgarde.
Das Problem ist nur, daß
Sheikh Mohammed ein Phantom ist. Seine Drahtzieherschaft in Sachen 9/11
wurde nie bewiesen, sondern lediglich in einem dubiosen Buch behauptet.
Kurz vor
der Veröffentlichung des Buches wurde Khaled Sheikh Mohammed im März
2003 verhaftet. Seitdem gibt es kein Lebenszeichen mehr von ihm, also
auch keine Stellungnahme zu den Vorwürfen, er sei Drahtzieher des 11.
September 2001 gewesen. Aber umso besser kann man dem verschollenen
Sheikh Mohammed natürlich auch jeden anderen Anschlagsplan in die
Schuhe schieben.
Die Phantasien des
US-"Präsidenten" haben mittlerweile schon ein pathologisches Niveau
erreicht. Auf Kindergartenlevel versucht er sich aus jeder für ihn
peinlichen Situation herauszuwinden: "Bush hielt seine Rede am selben
Tag, an dem die Geheimdienstausschüsse des Kongresses nichtöffentlich
über das Abhörprogramm der National Security Agency unterrichtet
wurden, mit welchem auf US-Boden nach Al-Qaida-Zellen gesucht wird",
schreibt gar die US-nahe Welt. Danach wollen ihm nicht mal
seine eigenen "Sicherheitsexperten" und Claquer-Journalisten noch
folgen. In zahlreichen US-Zeitungen wurde über Zweifel an Bushs Version
berichtet.
Es ist wohl offensichtlich,
daß die Führung der Vereinigten Staaten krank ist, und das ist sowohl
eine Gefahr für die Welt, als auch eine Chance, dieses totalitäre
Regime loszuwerden. Die US-Führung erinnert in mancher Hinsicht an die
letzten, kranken Sowjetregime, die kurz vor dem Zusammenbruch der
Sowjetunion ebenfalls ein immer bizarreres Bild boten. Und vielleicht
ist das auch der Grund für die hingebungsvolle Zuneigung der ehemaligen
FDJ-Funktionärin Angela Merkel, die im Arbeiter- und Mauernstaat als
FDJ-Sekretärin für Agitation und Propaganda glänzte ? sie selbst nennt
das heute lieber "Kulturfunktionärin".
Die Vereinigten Saaten kommen
einem vor, wie der hinterbliebene Partner aus einer haßerfüllten Ehe.
Hat man sich zu Lebzeiten des anderen noch herzhaft bekriegt, wird man
jetzt langsam vom eigenen Haß zersetzt. Ein unappetitliches Schauspiel.
Im Grunde ist die ganze Bush-Junta mit ihrer lächerlichen "Manipulation
der Kulturen", die sie gegenwärtig durchführt, ein erledigter Fall.
http://www.welt.de/data/2006/02/11/844056.html