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Gespräch zum 5. Jahrestag des 11.9. mit SWR 1 |
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Friday, 18. January 2008 |
Von Gerhard Wisnewski
"Verschwörungstheoretiker"
sind ja ganz gefährliche Individuen, in etwa so, wie ein freilaufendes
Raubtier. Deswegen kann man auch nicht einfach mit ihnen reden, sondern
muß sie publizistisch in einen stabilen Kafig packen. Oder anders
gesagt: Wenn man das Gift der "Verschwörungstheorien" schon mal
verbreitet, muß man es mit soviel Gegengift mischen, daß auch wirklich
nichts passieren kann. Wie das geht, hat der Radiosender SWR 1 am 5.
Jahrestag der Attentate des 11.9.2001 vorgeführt, also am 11.9.2006.
Bevor
sich die wackere Moderatorin an mich herantraut, spricht sie erst mal
mit dem USA-Korrespondenten Rainer Südfeld über diese merkwürdigen
Thesen, die da in den USA kursieren - natürlich nicht ohne deutliches
akustisches Stirnkräuseln bzw. verzweifeltes Seufzen.
Anschließend
werde ich aufs Publikum losgelassen. Dabei kommt die Dame ordentlich
ins Schwimmen und versucht es auch wieder mit der altstalinistischen
Psychiatrisierungsmasche, daß diese "Verschwörungstheoretiker" wohl
irgendwelche psychologischen Probleme haben müßten, um ihre Theorien zu
entwickeln. Dabei zitiert sie einen "Sozialpsychologen Heiner Kolb von
der Uni München", den ich hinterher im Internet nicht finden konnte.
Kann jemand helfen?
Jedenfalls
seien die Verschwörungstheoretiker ja ganz leicht zu widerlegen - was
der Dame soeben allerdings nicht gelungen ist. Dafür hat sie aber jetzt
Ansbert Kneip am Telefon, Vertreter eines Verschwörungsmagazins mit den
wildesten Verschwörungstheorien, der Allgemeinheit besser als "Der
Spiegel" bekannt. Nun, das paßt ja auch wieder, denn wie jeder weiß,
zeigt ein Spiegel ja nicht die Realität, wie sie wirklich ist, sondern
stellt alles genau verkehrt rum dar. Und dieser Herr Kneip habe ja nun
ein Special mitverfaßt, in dem eben die bösen Verschwörungstheorien
"ganz leicht" widerlegt würden.
Und
so beginnt Herr Kneip mit seinem Job und entschuldigt die US-Regierung
so gut er nur kann - und das ist nicht besonders gut. So habe die arme
Regierung in diesem Bereich nur vier Abfangjäger gehabt, "und das ist
nicht sehr viel". Allerdings immer noch genug, um wenigstens diese vier
rechtzeitig ins Rennen zu schicken - was aber nicht geschah. Und dann
wird es ganz verrückt. Nämlich: "Eine Entführung ist zunächst einmal
kein Grund, daß die Flugabwehr alarmiert wird....Es gab überhaupt
keinen Grund aufzusteigen." Und ob - und zwar den wichtigsten Grund:
Ein entführter Airliner, der vom Kurs abweicht, war bis dahin der
absolute worst case - jedenfalls bis Osama und die 19 Räuber kamen.
Aber es ging ja alles so schnell, es kamen ja soviele entführte
Flugzeuge - "ein Flugzeug nach dem anderen", leistet die Moderatorin
Geburtshilfe bei Herrn Kneips Niederkunft mit seiner Ausgeburt an
Verfälschungen und Verdrehungen. Doch hören Sie selbst (rechts).
Notiz: Sie finden den Beitrag auch im Download-Bereich.
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