Am
10.9.06, kurz nach Fertigstellung meines neuen Buches "Verschlußsache
Terror", führte Jon Andreas Hamre folgendes Gespräch mit mir.
Jon Hamre:
Sie sagen, dass gleichzeitig mit den Anschlägen verteilt über die
ganzen USA Terrorübungen stattgefunden haben – mindestens fünfzehn an
der Zahl – und dass diese Übungen dann quasi „gekidnappt“ wurden.
Gerhard Wisnewski:
Es ist eigentlich ganz leicht zu verstehen. Man stelle sich einmal vor,
ich möchte ein derartiges Attentat planen – als militärischer oder
politischer Planer – und ich weiß genau, um solches ein Attentat
auszuführen, brauche ich mindestens, sagen wir einmal, 5000 Leute. Wie
kann ich diese 5000 Leute in Bewegung setzen, wie kann ich sie für mein
Attentat nutzen? Ich kann ja nicht all diesen Personen sagen, ich mache
da jetzt so ein Attentat. Es gibt dafür eigentlich nur eine
Möglichkeit, und zwar muss ich allen sagen, dass ich ein Manöver plane:
Wir wollen einfach mal ausprobieren, wie das ist, wenn Flugzeuge
entführt werden, wenn Drohnen herumschwirren oder wenn Flugzeuge in
Häuser stürzen (das war übrigens auch eine Übung am 11.9.). Und damit
kann ich – ganz offiziell – meine Operation schon zu 95 Prozent
durchführen. Ich brauche nur noch 5 Prozent, die ich oben drauf setzen
muss; damit kann ich dieses Manöver – die Übung – hijacken und daraus
ein Attentat – den Ernstfall – machen.
Jon Hamre: Wie
begegnen Sie Kritik/Widerstand der etablierten Medien? Der Spiegel z.B.
hat eine enorme Kampagne gegen die „Verschwörungstheoretiker“ gefahren
und Bröckers als „Idioten“ und „Spinner“ bezeichnet. Wie können Sie dem
begegnen?
Gerhard Wisnewski: Ich
glaube, jemand der so etwas schreibt, begegnet sich schon selber. Es
ist ja sehr selbstentlarvend, wenn man keine anderen Argumente hat, als
jemanden zu beschimpfen. Ansonsten arbeite ich dem mit meiner Webseite
entgegen, das ist derzeit eine Möglichkeit, die wir haben. Früher wäre
jemand wie ich oder wie Bröckers erledigt gewesen, nach so einem
Spiegel-Artikel. Derjenige hätte vielleicht noch drei Flugblätter
verteilt. Heute funktioniert das dialektisch, das heißt wenn eine
Verleumdungsgeschichte über mich geschrieben wird, habe ich sofort viel
mehr Besucher auf meiner Webseite und dort steht dann schon die
Gegenstellungnahme. Das ist meine Möglichkeit zur Gegenwehr.
Jon Hamre:
Die Medien scheinen bei diesem Thema ja wie gleichgeschaltet zu sein,
aber eine Zensur von oben wird es ja kaum geben. Die Medien scheinen
sich ja selbst in einer Art zu zensieren.
Gerhard Wisnewski:
Man muss da schon unterscheiden. Was heißt das eigentlich, Zensur? Das,
was im Grundgesetz steht, ist ein Zensurverbot, aber das betrifft ja
nur den Staat; die staatliche Zensur ist verboten. Aber die ganzen
Mechanismen, die in der "freien" Wirtschaft ablaufen, die
Pressekonzentration, die Steuerung von Pressekonzernen etc. werden
davon überhaupt nicht berührt. Daher greift das Zensurverbot hier
nicht. Was ich noch zur vorherigen Frage sagen wollte, der größte Punkt
in der Kritik gegen uns ist ja der, wir seien Verschwörungstheoretiker.
Dazu kann ich nur sagen, die Gegenseite ist doch der größere
Verschwörungstheoretiker; denn der Angriff von Osama bin Laden mit 19
Hijackern ist ja auch eine Verschwörung und jemand, der darüber
theoretisiert ist ein Verschwörungstheoretiker. Und für diese
Verschwörungstheorie gibt es viel weniger Beweise als für die, die ich
annehme.
Jon Hamre: Wie passt bei ihrer Theorie bin Laden ins Bild, der inzwischen ständig über Videobotschaften auf sich aufmerksam macht?
Gerhard Wisnewski: Es
gibt ja relativ glaubwürdige Berichte, die behaupten, dass bin Laden
schon lange nicht mehr lebt. Er war auch nierenkrank, nach
zuverlässigen Berichten, war auf Dialyse angewiesen, wie der also aus
der Wüste heraus einen Krieg gegen die Vereinigten Staaten führen soll,
ist vollkommen fragwürdig. Tatsache ist auch, dass sie ihn nicht fangen
können, sie finden ihn einfach nicht. Warum nicht?
Jon Hamre: Weil sie nicht wollen?
Gerhard Wisnewski: Weil
sie nicht wollen oder weil sie nicht können, die beiden Möglichkeiten
gibt es. Und daher ist er für mich ein reines Phantom, ein Gespenst,
das benutzt wird, um die Leute gegen den Islam aufzuhetzen. Weil er ihn
– zumindest aus westlicher Sicht – ja irgendwie repräsentiert.
Jon Hamre: Stichwort
Islam-Hetze: da kommt man ja fast automatisch auf Huntington, der Mitte
der neunziger Jahre sein Buch „Clash of Civilizations“ herausgegeben
hat, indem er „prophezeit“ hat bzw. eigentlich gefordert hat, dass man
über kurz oder lang gegen die Muslime in den Kampf gehen muss. Ist er
an der Sache beteiligt? Ist er einer der theoretischen Köpfe hinter
9/11?
Gerhard Wisnewski: Ich
kann ihn jetzt nicht direkt beschuldigen. Aber man hat ihn zweifellos
benutzt. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, der eigentlich kein
Sieg für die USA war, sondern eine Niederlage, da sich die beiden
Blöcke gebraucht haben, wurden Stimmen laut, die einen neuen Feind
forderten. Da gibt es eine theoretische und philosophische Schule, die
behauptet, man benötigt für einen Staat einen Feind, um den Staat zu
stabilisieren. Das kann man an der Geschichte der USA auch
nachvollziehen, deren Wirtschaft zu einem guten Teil auf dem Konflikt
mit der Sowjetunion beruhte. Denn mit dem Kalten Krieg konnte man die
Rüstungsindustrie rechtfertigen, und diese Rechtfertigung war nun –
nach dem Fall der Sowjetunion - weg. Und nun brauchte man eine Art
„Vordenker“, der ein neues Feindbild kreiert. Wenn man das Buch von
Huntington liest, merkt man, dass es eine Kreation wie bei Frankenstein
ist, wild zusammengenähtes Zeug um einen Zombie zu kreieren. Bei
näherer Analyse ist das Buch wissenschaftlich im Grunde genommen
wertlos. Aber das wurde dann von anderen Strategen aufgriffen und von
unserer lieben Presse ja auch ganz groß gefahren, nach dem Motto:
„Schaut mal her!“, „Der Islam!“, „Krieg der Kulturen!“ usw. Und zwar zu
einem Zeitpunkt, zu dem ich und wahrscheinlich die meisten das noch für
absurd gehalten haben. Mitte der 90er dachte ich mir: „was will der?
Islam? Muslime?“, das war kein Thema, die laufen friedlich herum, wir
laufen hier friedlich herum und das war es. Da gab es keinen Kampf der
Kulturen. Die Frage ist eigentlich: Warum hat sich so ein lausiges Buch
in der Realität so bestätigt? Das liegt wohl nicht daran, dass es so
gut war, sondern wahrscheinlich daran, dass jemand dafür gesorgt hat,
dass diese „Prophezeiung“ eintritt.
Jon Hamre:
Wer sind denn für sie die Köpfe hinter der Verschwörung? Sind das für
sie die Leute aus dem „Project for a new American Century“?
Gerhard Wisnewski:
Der Verdacht ist natürlich extrem stark, weil sie die Mittel und die
Motive hatten, das durchzuführen. Die Motive haben sie selber schon
lange vorher in ihren Strategiepapieren formuliert, da forderten sie
alles, was dann nach dem 11.9. wirklich umgesetzt wurde, nämlich eine
totale Aufrüstung, mehr Geld für das Militär, die Absetzung von Saddam
Hussein und, und, und... Auch die Achse des Bösen hatten sie da schon
formuliert. Sie haben dann noch hineingeschrieben, dass es wohl sehr
lange dauern könnte, all das umzusetzen, wenn es nicht zu einem
katastrophalen Ereignis wie Pearl Harbor kommen würde.
Jon Hamre:
Das ist auch ein Punkt auf den ich eingehen möchte: Pearl Harbor. Es
ist doch sehr merkwürdig, dass der Begriff „Pearl Harbor“ immer noch
für diesen Überraschungsangriff steht, obwohl doch eigentlich offiziell
vom Kongress 1999 offen zugegeben wurde, dass damals einige Personen
Bescheid wussten und das offensichtlich gelogen wurde.
Gerhard Wisnewski: Die
Frage ist ja eigentlich: was ist offen? Offen ist ein relativer
Begriff. Dadurch dass eine Information bekannt ist, ist sie noch nicht
offen. Dadurch dass etwas bekannt ist, wird es ja noch nicht zum Thema.
Es ist eine beliebte Geheimdienst-Taktik, Dinge „offen“ zu legen, es
gibt irgendwann einen winzigen Artikel in der Zeitung, den alle
übersehen; das ist, als würden Sie in einem ganz vollen Zimmer
irgendwas auf das Fensterbrett legen, das sieht kein Mensch. Aber wenn
jemand darauf zu sprechen kommt, kann man immer sagen: „Was? Was wollen
Sie überhaupt? Das liegt doch schon immer da offen herum. Das ist doch
ein alter Hut.“
Jon Hamre:
Das ist wie beim ersten Anschlag auf das World Trade Center 1993, der
direkt nach dem 11.9. auch wieder von den Medien aufgegriffen wurde,
mit der Behauptung, damals sei es ja auch schon bin Laden und seine
al-Qaeda gewesen. Dabei ist es da eigentlich auch „bekannt“, dass da
von amerikanischen Diensten direkt mitgemischt wurde.
Gerhard Wisnewski: Ich
glaube, man muss da mit dem Begriff der „herrschenden Meinung“
arbeiten. Wenn etwas bekannt ist, oder wenn es offen ist, bedeutet das
noch lange nicht, dass die „herrschende Meinung“ das akzeptiert hat.
Ich glaube, wenn die herrschende Meinung weithin akzeptiert hätte, dass
es sich bei der offiziellen Geschichte von Pearl Harbor, so wie sie
erzählt wird, um eine Fälschung gehandelt hat, hätten es die
Verschwörer mit 9/11 wahnsinnig schwer gehabt. Aber dass es irgendwann
mal jemand erwähnt hat, dass es in einem Buch steht, bedeutet gar
nichts. Da können die trotzdem noch ihre Lügen verbreiten - ohne Ende.
Jon Hamre: So
ähnlich ist das auch mit der „Operation Northwoods“, die von vielen
„Verschwörungstheoretikern“ als Parallele zum 11.9. zitiert wird. Die
ist in den sonstigen Medien einfach nicht existent.
Gerhard Wisnewski: Das
wird als komplette Spinnerei abgetan. Aber wenn man sich das Papier mal
genau durchliest, dann sieht man: das ist quasi das „Blue-Print" für
diese Operation. Das hat man natürlich ein bisschen angepasst, aber man
hat geschaut, was man denn so in der Schublade hat und hat eben diesen
Generalstabsplan herausgezogen. Dagegen wird dann oft eingewendet, das
sei doch Blödsinn, weil das Papier schließlich offen sei. Aber da
kommen wir wieder zu dem vorher Gesagten: Offen ist ein relativer
Begriff; in diesem Falle ist nichts offen.
Jon Hamre: Warum
glauben die Leute so etwas? Oder auch Experten, die dann immer wieder
auftreten und behaupten, Flugzeuge würden sich beim Einschlag in
Gebäude – hier das Pentagon – in eine Art Flüssigkeit verwandeln und
dann verschwinden? Bei allen anderen Flugzeugabstürzen sind ja immer
Flugzeuge zu sehen, die haben sich ja alle nicht aufgelöst.
Gerhard Wisnewski: Ein
Problem, dem man hier begegnet, ist auch die Frage: „Wie funktioniert
der menschliche Geist?“ Wie ist es überhaupt möglich, dass wir normal
im Alltag funktionieren, dass wir Ingenieure, Konstrukteure oder
Architekten sind, oder meinetwegen auch Bäcker – die haben ja auch mit
rationalen Vorgängen zu tun – und dass wir abends dann so einen Käse
glauben? Das ist doch merkwürdig. Das treibt mich eben auch um, wie
funktioniert dieser menschliche Geist? Wie tickt der überhaupt? Wie
kann der zwei sich völlig widersprechende Realitäten in einem Kopf
unterbringen? Warum funktioniert da ein Teil rational und ein anderer
komplett irrational? Ich glaube, das ist ein Phänomen, mit dem wir hier
konfrontiert werden.
Jon Hamre: Was
kann jetzt ich als „Kleinbürger“ machen, um an der Aufklärung zu
helfen? Ich schreibe jetzt eine Jahresarbeit dazu, aber was kann ich
noch tun?
Gerhard Wisnewski: Man
kann doch am besten im Rahmen der eigenen Möglichkeiten und Talente
arbeiten. Keiner von uns kann jetzt nach Washington fliegen und dort
alle verhaften, oder irgendwas Ähnliches. Wir können vielleicht auch
nicht die Weltgeschichte ändern, zusammen vielleicht schon, aber nicht
alleine. Aber ich glaube, wir bekommen unsere Ehre dadurch wieder,
indem wir etwas tun. Dafür ist es nicht notwendig, dass wir siegen,
aber dass wir etwas tun. So bekommen wir unser Menschsein wieder, in
diesem Fall, in dem wir total betrogen werden. Und wenn dabei
schließlich doch der Erfolg herausspringt, umso besser. Eine Frage die
mir häufig gestellt wird, lautet: „Warum machen Sie das alles?“ Weil
ich der Meinung bin, dass Lügen einen Menschen entwürdigen. In diesem
Fall des 11.9. werden wir alle durch die Lüge in unserem Menschsein
entwürdigt und diese Würde können wir wiederbekommen, indem wir etwas
dagegen tun. Das Ergebnis muss nicht der Sieg sein.
Jon Hamre: Herr Wisnewski, vielen Dank für dieses aufschlussreiche Interview.