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Kampf den Schlapphüten PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Gerhard Wisnewski   
Tuesday, 7. March 2006

Medien&Bücher "von Werner Schlegel

?Desinformation gehört zum Wesen von Geheimdiensten.? Den Satz sollte man in Stein meißeln und als Türsturz über jeder deutschen Redaktionstür einsetzen. Geschrieben hat ihn Manfred Bissinger. Als Eröffnung eines Kommentars, der am 4. März in mehreren kleineren deutschen Zeitungen veröffentlicht wurde. In der Buerschen Zeitung beispielsweise unter dem Titel ?US-Ränkespiele oder Kampf den Schlapphüten?. Von einer ?verdeckten Kampagne aus Washington? ist da die Rede und von ?gezielten Fehlinformationen?, mit denen man ?Regierungen in Misskredit zu bringen? versucht.





Der Mann wird wissen, wovon er schreibt. Als Chefredakteur des Stern, später  (merkwürdiges Kontrastprogramm) der orthodoxen Linkspostille Konkret und noch später der längst eingegangenen Zeitung Die Woche, dürfte er genügend Erfahrungen mit ?geheimen? Desinformationen und Schlapphut-Medienkampagnen gesammelt haben. 

Merkwürdig nur, dass dem ausgewiesenen SPD-Sympathisanten und ?Freund von Gerhard Schröder? (Bild), seine Erkenntnis ausgerechnet dann überfällt, wenn es um die dienstlichen Aktivitäten der Pullacher Geheimen im Irakkrieg geht. Dann betont Bissinger deutschlandweit, dass die New York Times ?schon öfter Ränkespielen der Geheimdienste aufgesessen ist und sich dafür sogar entschuldigen musste?. Etwa den Ränkespielen, die zum völkerrechtswidrigen Angriff auf Jugoslawien und den Irak führten?
Nein, die damaligen kriegsvorbereitenden Desinformationskampagnen von CIA, BND und MI5 (Stichworte: ?Hufeisenplan?, ?Massenvernichtungswaffen?, ?fahrbare Labors?) meint Bissinger natürlich nicht. Auch nicht die ständigen ?Echtheitsbeweise? aus ?Geheimdienstkreisen?, mit deren Hilfe unsere Massenmedien so gerne zusammengestoppelte Videobänder und in schlechtem arabisch abgefasste Bekennermeldungen einer fragwürdigen Al-Qaida-Hexenküche zuordnen. Der Giftküche eines angeblich ?weltumspannenden Terrornetzwerkes? (Georg Babbelju), von dem man ob seines die Bush-Junta stets aufs Neue stabilisierenden, mörderischen Aktionismus vor allem eines vermuten könnte: Dass seine zentralen Planungslokalitäten in Langley, Virginia, einem Fünfeck in Brain-Washington, der grünen Zone in Baghdad oder dem US-Headquarter in Qatar beheimatet waren oder sind. 

Aber bei soviel später öffentlicher Einsicht in das Wesen der Geheimdienste (woher hat Bissinger sie nur, da sie doch fast allen seinen Kollegen so offensichtlich fehlt), darf man sich über eine weitere bahnbrechende Medienerkenntnis nicht wundern: ?Genauso wenig wie ?die? islamische Welt existiert, kann von einem allumfassenden Terrornetz, dem sich alle Gruppen unterordnen, die Rede sein?.

Nein, das ist nicht Manfred Bissinger. Diesmal ist es ein Kommentar aus dem Mannheimer Morgen vom 6.3.06. Aber Moment mal ? haben uns nicht seit dem 11.9.2001 Politiker, ihre bauchredenden KommentaTOREN und deren schlapphütige Desinformanten pausenlos erklärt, es gebe ein ?weltumspannendes Terrornetzwerk???
Schnee von gestern. Der Al-Qaida-Stern ist am Sinken. Er wird nicht mehr benötigt. Der militärisch-industrielle Komplex hat schon seit längerem ein neues Objekt der Begierde. Es heißt Iran.
?Einen Tag vor der entscheidenden Sitzung der Atomenergiebehörde IAEA kündigen die USA brisante Neuigkeiten an?, schreibt Zerrspiegel-Online am 6.3.06. ?Laut dem Nachrichtenmagazin 'Time' wollen sie dem Uno-Sicherheitsrat Dokumente vorlegen, die konkrete Pläne Irans zum Bau einer Atombombe belegen sollen. Die USA seien in den Besitz eines Laptop-Computers gelangt, auf dem ein iranischer Ingenieur Pläne für den Bau einer Atombombe gespeichert habe, meldete 'Time' heute unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten US-Diplomaten. (?) Der Laptop soll dem iranischen Ingenieur laut 'Time' gestohlen worden sein. Anschließend habe ihn die CIA ?erhalten?.?

Aha. Wie war das doch gleich, Herr Bissinger? ?Desinformation gehört zum Wesen von Geheimdiensten.? Vielleicht sollten sie Ihren Samstagskommentar mal an alle deutschen Medienredaktionen schicken. Oder zumindest diesen einen Satz. Als  Merkkärtchen ? für schlechte (Kriegs)-Zeiten.

P.S.:
Kleine Anmerkung meinerseits: Ich besitze Informationen aus sicherer Quelle, dass ein Schurkenstaatschef Atomtechnologie an ein Land liefern will, das ? im Gegensatz zum Iran ? noch nicht einmal den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet hat! Der Mann heißt Georg W. Bush, und das Land heißt Indien. Wir sollten den Fall vor den UN-Sicherheitsrat bringen. Möglichst bevor die CIA noch ein paar iranische Computer ?findet?.

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