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Experte: Krieg gegen den Iran steht unmittelbar bevor PDF Drucken E-Mail
Friday, 25. January 2008

Politik

Von Gerhard Wisnewski

Gold-"Sprung" am 21.2.2007: Wird der Krieg gegen den Iran jetzt eingepreist?

 

Die Anzeichen für einen Angriff der USA auf den Iran mehren sich und gehen allmählich über die Qualität einer bloßen Drohung oder "Eventualität" hinaus. Das meinte jedenfalls der Sicherheitsexperte Georg Schöfbänker vom Linzer Informationsbüro für Sicherheitspolitik und Rüstungskontrolle in einem Interview mit dem Ö 1 Mittagsjournal am 20. Februar 2007. Der nächste Tag war ein wichtiges Datum. An diesem Tag lief das UNO-Ultimatum (Resolution 1737 vom 23.12.2006) an den Iran ab, die Anreicherung von Uran einzustellen. Wie die britische BBC meldete, würden die USA nur darauf warten, daß dem Iran von der Internationalen Atomenergiebehörde die Fähigkeit zum Bau von Atomwaffen bescheinigt würde - was die auch prompt tat. Just am 20. Februar erklärte IAEO-Chef El Baradei der Financial Times, der Iran könne binnen sechs bis zwölf Monaten im großen Maßstab zur Urananreicherung fähig sein. Eine Atombombe sei bereits in fünf Jahren möglich.

Die Botschaft wurde verstanden - unter anderem von der Börse. Exakt am 21. Februar, bei Ablauf des UNO-Ultimatums an den Iran, tat der Goldpreis einen plötzlichen Sprung von 660 auf 680 Dollar - ein untrügliches Krisenzeichen (siehe Grafik). Tendenz: Steigend.

Statt einer Bedrohung durch das iranische Atomprogramm sieht der österreichische Experte Schöfbänker eine massive Bedrohung für den Weltfrieden durch die Vereinigten Staaten von Amerika. Folgt man Schöfbänker, planen die USA im Iran einen skrupellosen Genozid. Das Angriffs-Konzept "Global Strike" sehe vor, innerhalb von 24 Stunden 10.000 Ziele im Iran aus der Luft zu zerstören. Das betreffe nicht nur die Zerstörung aller militärischen Einrichtungen, sondern auch die Zerstörung der gesamten "theokratischen und politischen Elite des Iran und wahrscheinlich auch eines Großteils der wissenschaftlichen und technischen Intelligenz".

Die Zerstörung von 10.000 Zielen binnen 24 Stunden wäre praktisch der Todesstoß für den Iran und könnte nicht ohne Auswirkungen auf die Infrastruktur und somit die Zivilbevölkerung bleiben. 

Bushs 21.000 zusätzliche Soldaten: Für den Irak oder in Wirklichkeit für den Iran?

Die Gefahr eines iranischen Gegenangriffs sei gering, denn "dann wird vom Iran nicht viel übrig bleiben, das zurückschlagen könnte", so Schöfbänker. Eine diplomatische Lösung hänge nicht von der iranischen Führung ab, so der Experte. Die iranische Führung habe das Ziel, die Regierung Bush zu überleben. Ihr primäres Interesse sei es, daß es zu keinem Krieg komme.

Nun hätten die Amerikaner ja aber schon im Irak keinen Erfolg gehabt - warum  sollten sie jetzt im Iran Erfolg haben, fragte die Ö 1-Moderatorin Schöfbänker. "Es ist die Frage, was man als Erfolg definiert", so Schöfbänker. Das Gejammer über das angebliche Versagen der Amerikaner im Irak ist dem Experten zufolge eher ein Ablenkungsmanöver. Um eine Befriedung oder die Gründung eines neuen demokratischen Nationalstaates ist es demnach nie gegangen. "Ziel der amerikanischen Intervention im Irak waren nicht die dort nicht vorhandenen Massenvernichtungswaffen, sondern eine gesamte politisch-militärische Neuordnung der dortigen Region. Und damit haben sie im gewissen Sinn Erfolg gehabt. Irak wird möglicherweise - im schlimmsten Fall - als Gesamtstaat zerfallen und wird als möglicherweise lose Föderation von Provinzen weiterexistieren, und das gleiche könnte Iran auch blühen.(...) Das könnte durchaus im Konzept einiger Akteure in den USA vorgesehen sein." Dabei werde ein Chaos entstehen, und es sei auch anzunehmen, daß die Schäden und Konsequenzen "alles übertreffen, was wir bisher im Irak sehen".

Ob er also glaube, daß in den restlichen eineinhalb Jahren der Regierungszeit von George W. Bush ein Militärschlag gegen den Iran geführt werde, fragte die Moderatorin. "Ich glaube noch viel schlimmer, daß innerhalb der nächsten sechs Wochen ein Krieg beginnen könnte, und ich fürchte, daß dieser wirklich in eine große Katastrophe führen wird."


http://oe1.orf.at/inforadio/73388.html