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Von Werner Schlegel
Spätestens seit den letzten
US-Präsidentschaftswahlen und ihren zahlreichen Ungereimtheiten -
besonders mit Wahlmaschinen - setzt sich bei kritischen Geistern eine
Erkenntnis durch: Wahlen sind auch nicht mehr das, was sie einmal
waren. Ein Paradebeispiel dafür bietet gerade Italien. Nach Schließung
der Wahllokale hatten Prognosen und Hochrechnungen einen klaren Sieg
für Romano Prodi errechnet. Stundenlang. Dann plötzlich begann Silvio
Berlusconis merkwürdige Aufholjagd.
Interessanterweise
hatte es schon zu Beginn der Wahlen Hinweise auf Unregelmäßigkeiten in
einigen Wahllokalen gegeben. Das schrieb zumindest
http://de.indymedia.org/2006/04/143932.shtml: "...in Milano und Lazio
wurde (das) Vielfache an Wahlkarten gezählt, als es dort
Stimmenberechtigte gibt, bzw. andere Unregelmässigkeiten gemeldet."
Die
Frage, wie Prognosen und Hochrechnungen derart daneben liegen können,
beschäftigt seither nicht nur die Wahlforscher. Die angebotenen
Erklärungen klingen eher hilflos. Die Medien berichten vom "Wahlkrimi".
Sie könnten damit der Wahrheit näher kommen, als sie eigentlich
beabsichtigen.
Nachdem Silvio Berlusconi die Wahl dann doch noch
verlor, sprach plötzlich er von "Unregelmäßigkeiten in Wahllokalen".
Und siehe da, prompt finden Passanten in Rom fünf Kisten mit gültigen
Stimmen auf der Straße. Einfach so.
Preisfrage: Wer hat wohl ein
Interesse daran, dass sie da gefunden werden? Romano Prodi? Oder
anders gefragt: Ist ein Multimillionär und Medienmogul, dem Sender,
Druckereien und Weiß-der-Teufel-was gehören, nicht in der Lage, mal
eben ein paar Kisten mit Wahlzetteln zu drucken, von ein paar gekauften
Leuten ausfüllen und zur Bestätigung seiner These auf die Straße
stellen zu lassen?
Ist ja nur so eine Frage - in Zeiten, in denen selbst Wahlen längst den globalisierten (Finanz-) Mafiastrukturen unterliegen.
Übrigens: Was die meisten
Wähler - wo auch immer - oft vergessen: Bei Wahlen geht es weniger um
Demokratie, wohl aber um Milliarden. Mein Großvater sagte mal: "Die
Futtertröge bleiben dieselben, nur die Schweine wechseln". Recht hatte
der gute Mann. Wer dran kommt, macht sich um's Volk Verdienst. Und wer
verliert, verliert auch viel Geld. Und damit ist längst nicht nur das
Politikereinkommen gemeint.
Eigentlich sollten in Deutschland nicht
mehr die Parteien für Wählerstimmen kassieren, sondern wir Wähler
selbst. Wir sollten unsere Stimmen bei ebay meistbietend an
die Parteipolitiker versteigern. Das wären dann wenigstens ehrliche und
transparente Wahlen. Wer am meisten zahlt, darf an den Futtertrog.
Ganz
im Ernst. Glaubt wirklich irgend jemand, in Gesellschaften, in denen
längst Lug und Betrug zur obersten Profitmaximierungsmethode zählen,
fänden ausgerechnet Wahlen völlig korrekt statt? Etwa so, wie bei der
vorletzten Bundestagswahl, bei der Stoiber wie der sichere Sieger
aussah - bis plötzlich spät nachts in Hannover (welch Zufall....) noch
6.000 Schröderstimmen "gefunden" wurden? Aber ja doch. Und morgen
erzähle ich Euch das Märchen vom armen Tellerwäscher, der über Nacht
und völlig ohne eigenes Zutun Millionär bei Gazprom wurde.
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