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Mordfall Palme: Geständnis aus dem Jenseits PDF Drucken E-Mail
Friday, 25. January 2008

Politik
Der Palme-Verdächtige Petterson bei einer Gegenüberstellung (Nr. 3).
Von Gerhard Wisnewski


Wußten Sie schon? Der Mordfall Olof Palme ist aufgeklärt. Olof Palme war jener schwedische Ministerpräsident, der am 28. Februar 1986 auf dem Heimweg vom Kino in einer Fußgängerzone in Stockholm hinterrücks erschossen wurde. Genau wie in den Fällen Herrhausen, Rohwedder, Beckurts und von Braunmühl erwies sich die Polizei seitdem als unfähig, einen überzeugenden Täter zu präsentieren. Und genau wie bei den Attentaten auf Leute wie Beckurts und Rohwedder  wurde jetzt die Lösung gefunden:  der Mörder ist nicht etwa der Gärtner, sondern ein Toter.



Den Mordfall Rohwedder versuchte man posthum dem von der Polizei erschossenen, angeblichen RAF-Mann Wolfgang Grams in die Schuhe zu schieben. Den 1986 in die Luft gesprengten Siemens-Manager Karl Heinz Beckurts sollte der von der Polizei erschossene Horst-Ludwig Meyer auf dem Gewissen haben. Alles in allem verbuchten die "Fahnder" auch die Anschläge auf den MTU-Chef Ernst Zimmermann, den Diplomaten Gerold von Braunmühl und die Sprengung des Weiterstädter Gefängnisneubaus auf das Konto von Meyer und seiner Frau Barbara.
Doch lassen wir das. Im Fall Palme heißt der Sündenbock Christer Pettersson, seines Zeichens polizeibekannter Krimineller, Drogen- und Alkoholabhängiger, der an Figuren wie Andreas Baader und den angeblichen Herrhausen-Kronzeugen Siegfried N. erinnert.  Schon zu Lebzeiten wurde der verwirrt erscheinende Petterson immer wieder erfolglos der Tat beschuldigt, unter anderem mit Hilfe einer manipulierten Gegenüberstellung mit der Palme-Witwe Lisbet. Gegen öffentliche Aufmerksamkeit und vor allem Geld war er aber auch selbst hin und wieder zu einem "Geständnis" bereit - um es kurz darauf zu widerrufen.

Doch jetzt ist die Sache offenbar im Kasten bzw. die Katze aus dem Sack: Petterson hat den Mord an Olof Palme quasi endgültig gestanden. Zwar ist der Mann vor mehr als zwei Jahren gestorben, und zwar "unter nie geklärten Umständen" (Hamburger Abendblatt): "Er war bewusstlos und mit schweren Kopfverletzungen in eine Stockholmer Klinik eingeliefert worden."

Aber das macht nichts. Petterson, so der Bericht der schwedischen Zeitung Aftonbladet, habe den Mord vor seinem Tod seiner Geliebten gestanden. Und die sei erst jetzt mit dem Geständnis zur Polizei gegangen.

Für manche Medien scheint das eine regelrechte Erleichterung zu sein: "Im Mordfall des schwedischen Premier Olof Palme war niemals zweifelsfrei klar, wer der Täter war. Nun endlich herrscht Klarheit. Christer Pettersson (oben) war sein Mörder. Er hatte seiner Geliebten die Tat gestanden. Zwei Jahre nach seinem Tod legte sie nun 40 Briefe und ein Mordgeständnis vor. Das Motiv war bedrückend simpel. Es gab keine internationale Verschwörung, kein Mordkomplott. Der linke Politiker wurde Opfer eines kleinkarierten Racheaktes", so der Berliner Kurier.

Sehr schön. Nur gibt es da noch ein kleines Problem: Trotz der Kurier-Formulierung läßt sich nirgends nachvollziehen, ob das "Geständnis" nun schriftlich oder nur mündlich vorliegt. Sollte Letzteres der Fall sein, wäre es ohnehin wertlos. Denn natürlich kann niemand für einen anderen gestehen. Aber auch ein schriftliches Geständnis müßte überprüfbar sein. Da der Beschuldigte aber nicht zu befragen ist, dürfte das schwerfallen. Die Suche nach dem Mörder kann jedenfalls aufgrund dieser "Information" nicht eingestellt werden.

Auch stimmt das von Pettersons Freundin mitgeteilte Motiv für die Tat, gelinde gesagt, nachdenklich. Und zwar habe Petterson einen Freund mit Steuerproblemen gehabt, wobei Steuerprobleme noch die geringsten Schwierigkeiten von Pettersons Freunden gewesen sein dürften.  Dennoch  habe der Freund deswegen eine regelrechte Mordswut entwickelt, und zwar - erraten - auf den schwedischen Ministerpräsidenten! Aber statt ihn - bizarr genug - selber umzubringen, habe ihm sein Freund Petterson den Gefallen getan. So nach dem Motto: na schön, dann mach ichs eben. Bedauerlicherweise kann der Fall, selbst wenn das stimmen sollte, damit mitnichten zu den Akten gelegt werden. Denn nun muß natürlich gegen den geheimnisvollen Petterson-Freund ermittelt werden - wegen des Verdachts der Anstiftung zum Mord. Oder hat der etwa auch schon das Zeitliche gesegnet? Und hat er vorher etwa auch alles seiner Freundin gestanden? Oh Gott...