Von Gerhard Wisnewski
Was Sie da unten rechts sehen,
ist ein Bild des toten Uwe Barschel aus dem Buch "Der Doppelmord an Uwe
Barschel", (siehe unten) das ich Ihnen schon früher vorgestellt habe
und Ihnen nochmals wärmstens empfehlen möchte. Es handelt sich um einen
Doku-Krimi ohnegleichen, der Ihnen einen tiefen Blick in die Eingeweide
dieses Staates ermöglicht. Danach wird allerdings nichts mehr sein wie
vorher - und das ist keine Übertreibung. Auch für mich barg es noch
jede Menge Überraschungen, die selbst über mein Vorstellungsvermögen
hinausgingen - und das ist ja in den letzten Jahren ziemlich ausgedehnt
worden.
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| Der "Stern-Barschel" ohne sichtbare Verletzungen. |
Der Barschel in der Gerichtsmedizin mit Verletzungen. |
Worauf
ich hinaus will: Ich habe mir dieses Bild angeschaut und dabei fielen
mir die Bilder des toten Ex-Ministerpräsidenten Barschel in der
Badewanne wieder ein, die damals, 1987, im Stern veröffentlicht worden
waren. Ich kramte in meinen Archiven und fand ein Heft, in dem sich der
Stern seiner besten Ausgaben rühmte: "50 Jahre das Beste vom Stern".
Darunter zählten die Blattmacher und Verbreiter der gefälschten
Hitler-Tagebücher auch die Bilder des angeblich durch Suizid
gestorbenen Barschel, gefunden in einer Badewanne des Hotels Beau
Rivage in Genf von ihren wackeren Reportern. Aber waren diese Reporter
etwa noch wackerer als bisher angenommen? Möglicherweise haben wir ihr
Engagement vor Ort unterschätzt, ja, möglicherweise ist es mit dem
Begriff "Fotografieren" nur unzureichend beschrieben worden. Denn auch
ihre Bilder zeigen das Gesicht des Uwe Barschel - aber ohne
Verletzungen. Wie ist das möglich??
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| Interpretation der Verletzungsspuren |
Ich habe das Bild aus dem Stern mal auf den Scanner gelegt. Zunächst
mal fällt auf: Das Bild ist in Schwarz-Weiß. Warum? Sollten die
Reporter wirklich keinen Farbfilm eingelegt haben? Kaum zu glauben.
Natürlich war es 1987 bereits üblich, mit Farbe zu arbeiten. Oder mit
beidem. Das Foto von Barschels Ankunft am Vortag am Flughafen ist zum
Beispiel in Farbe. Auf einem Schwarz-Weiß-Foto fallen andererseits
Barschels rötliche bis blutige Hautveränderungen im Gesicht weniger
auf. Auf einem Farbfilm wären sie kaum verborgen geblieben.
Zweitens: Das
Schwarz-Weiß-Bild ist ein wenig dunkel. Ich habe es aufgehellt und dann
gedreht, damit es sich besser mit dem Obduktionsbild vergleichen läßt.
Und wissen Sie was? Tatsächlich überhaupt keine Verletzungen sichtbar!
Die verletzte rechte Gesichtsseite wird sogar fast ganz von Barschels
mit einem Handtuch umwickelter Hand verdeckt. Sollte er das
freundlicherweise selbst gemacht haben? Das ist fraglich. Denn ein
Zimmermädchen, das die Leiche schon früher als die Fotografen sah, fand
Barschel ganz anders vor, nämlich komplett unter Wasser. Daß ihre
Aussage stimmt, erkennt man daran, daß die Haare des Toten auf dem
Stern-Foto naß sind. Also war er noch vor kurzem unter Wasser. Erst auf
den Stern-Bildern befindet sich sein Kopf über Wasser - mit dem
Handtuch vor der rechten Gesichtsseite. Die Haare wirken außerdem
zurückgekämmt - wie hat Barschel das gemacht? Hat er sich posthum
selbst aus dem Wasser gehoben? Und hat sich der tote Barschel
anschließend noch selbst gekämmt? Barschels
Gesichtsausdruck auf dem Stern-Foto entspricht einem tiefen Koma oder
Rausch, und das macht ja auch Sinn. Denn unbekannte Killer hatten ihm
in gewissen zeitlichen Abständen durch einen oder mehrere Tuben
Betäubungsmittel verabreicht - so ähnlich wie bei einer Hinrichtung.
Wolfram Baentsch hat das lückenlos bewiesen. Die waagerechten, fast wie
mit dem Lineal gezogenen Schrammen quer über Kinn und Stirn von Uwe
Barschel könnten auf eine Fixierung des Kopfes mit einer Art
medizinischem Instrument hindeuten. So hätte man ihm auch den Mund
öffnen können: indem die Stirn fxiert wird und das Kinn nach unten
gedrückt wird. Der Schorf unterhalb des linken Nasenlochs könnte eine
Stelle markieren, an der ein Tubus in die Nase eingeführt wurde.
Der Ausdruck des tiefen
Rausches ist auf dem Obduktionsfoto einer fast friedlichen
Entspanntheit gewichen, was an den weiteren muskulären Vorgängen in
einer Leiche liegen mag.

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Was mich noch immer umtreibt:
Was haben die Stern-Reporter am Tatort gemacht? Warum haben Sie einen
Schwarz-Weiß-Film benutzt - oder hat der Stern ein Farbfoto nur in SW
veröffentlicht? Warum sitzt Barschel mit dem Kopf und seinen nassen
Haaren über Wasser? Haben die Stern-Leute Barschel für das Foto etwa
zurechtdrapiert?