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Karikatur ist nicht gleich Karikatur PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Gerhard Wisnewski   
Friday, 3. February 2006

Von Werner Schlegel

"Undemokratischer Islam versus demokratisches Europa", so versuchen uns einige Mainstreammedien die derzeitige Auseinandersetzung um die Mohammedkarikaturen der dänischen Zeitung Jyllands-Posten zu verkaufen. Aber so einfach ist das nicht. Das Thema wirft nämlich einige Fragen auf.


Kommentare    Selbstverständlich bin ich für Pressefreiheit. Wer auf dieser Website von Gerhard Wisnewski publiziert, muss dies eigentlich nicht eigens betonen. Sie ist schließlich last not least zwei Tatsachen zu verdanken: Einmal der, dass in Deutschland eine grundrechtlich garantierte Meinungs- und Pressefreiheit existiert. Zum anderen dem Fakt, dass die darin implizite gesellschaftspolitische Verantwortung von den Massenmedien nur noch äußerst ungenügend wahrgenommen wird. Nicht nur philosophisch betrachtet gibt es kein Recht ohne Pflicht. Einfaches Beispiel: Wenn ich das Freiheitsrecht für die Verbreitung meiner Sicht der Dinge in Anspruch nehme, habe ich auch die Pflicht, dies anderen zuzugestehen. Wie es damit in Deutschland aussieht, dürften die meisten Leser dieser Website wissen. Da wurden die 9/11-Skeptiker von einem Massenmedium in übelster WILD-Zeitungsmanier zum öffentlichen (Meinungs-)Abschuss freigegeben, diffamiert, niedergemacht und selbst in ihrer beruflichen Existenz gefährdet. Womit wir bei der ersten Frage wären:  Ist es nicht bezeichnend, das gerade jene Mainstreammedien (z.B. FAZ) im Karikaturenfall am lautesten "Pressefreiheit " rufen, die sonst in ihrer täglichen Praxis ein Beispiel an einseitiger Meinungsmanipulation und -unterdrückung bieten?
Es ist mehr als bezeichnend. Im konkreten Fall lässt sich nämlich wieder einmal wunderbar mit dem Banner der westlichen Freiheitswerte wedeln und gleichzeitig mit dem Verteidigungsgeschrei von der lautlosen aber unaufhaltsamen neoliberalen Zerstörung eben jener Werte in den westlichen Staaten ablenken.
Aber kommen wir zu des Pudels Kern und der entscheidenden Frage: "In Deutschland warnten Politiker und Journalistenverbände angesichts militanter muslimischer Proteste gegen die Karikaturen vor einer Einschränkung der Medienfreiheit", schreibt die Süddeutsche in ihrer Online-Ausgabe vom 3. Februar 2006.
Geht es hier wirklich und ausschließlich um Pressefreiheit? Oder um die Freiheit der Kunst (denn immerhin soll es sich ja um Karikaturen, also letztlich satirische Zeichnungen handeln)?
"Was darf die Satire? Alles!" schrieb Kurt Tucholsky. Leider verwenden viele, die sich darauf berufen, dieses Zitat falsch. Sie legen die Betonung auf "alles!". Folgt man Tucholsky, liegt sie aber auf dem Begriff "Satire". Und schon haben wir die entscheidende Frage: Waren diese Karikaturen Satire?  
Was die Beurteilung für das Publikum der Massenmedien so schwierig macht, ist genau die Crux an der Geschichte. Damit sich alle im Wortsinn ein Bild machen könnten, müssten die Zeichnungen auch allen zugänglich gemacht werden. Hier beißt sich die Katze in den unsatirischen Schwanz, denn die Folgen lassen sich ausmalen.
Geben Sie mir als Leser dieser Zeilen ein wenig Vertrauenvorschuss, wenn ich Ihnen versichere, dass ich mehr als die Hälfte der Bildchen kenne. Ich beweise es ihnen mit drei Beschreibungsbeispielen: Auf einem steht der Prophet Mohammed - sozusagen auf "Wolke 17" - vor dem Paradies, zu dem Selbstmordattentäter Einlaß begehren. Und was sagt er?
"Stop, we run out of virgins! " Halt, wir haben nicht mehr genug Jungfrauen!" Auf einem weiteren ist das grimmige Gesicht des Propheten dargestellt. Statt des Turbans trägt er eine Bombe mit brennender Lunte auf dem Kopf. Auf einem dritten ein bluttriefendes Krummschwert. Halten wir also fest: Zumindest auf den mir bekannten "Karikaturen" werden Mohammed und der Islam in unmittelbaren Zusammenhang mit Mord und Totschlag gebracht (Randfrage: Hat die Koalition der Billigen Afghanistan und den Irak angegriffen - oder war das etwa umgekehrt?).
Sie sehen, ich habe "Karikaturen" in Gänsefüßchen gesetzt, wie weiland Springers Sturmblätter die gute alte DDR. Aus gutem Grund. Regt sich bei dem bluttriefenden Krummschwert in irgendeiner Ecke Ihres Gehirns ein Erinnerungshauch? Einhundert Punkte!
In der Tat gab es solche "Karikaturen" im Stürmer der Nationalsozialisten! Ein häßlich gezeichneter Jude, mit einem bluttriefenden Messer in der Hand, über einer Kinderleiche gebeugt. Na, dämmert Ihnen, warum Tucholsky bei seinem berühmten Zitat die Betonung auf "Satire" legte?
Weil es Karikaturen und "Karikaturen" gibt.  Und nun stellen wir uns noch vor, die  Junge Welt oder der Freitag veröffentlichten übermorgen eine Reihe klar als jüdischer Gott Jahwe - für den ebenfalls ein religiöses Bilderverbot existiert! - kenntlich gemachter Zeichnungen. Auf einer steuert er einen Hubschrauber, der gerade einige Raketen auf palästinensische Zivilisten abfeuert. Auf einem anderen einen Bulldozer, der einige Häuser in einem Flüchtlingslager niederwalzt.
Das würden diese Zeitungen " oder auch andere " niemals tun? Eben! Dreimal dürfen sie raten, warum. Nur wegen der deutschen Geschichte? Nur weil postwendend der deutsche Botschafter in Tel Aviv zum Rapport einbestellt und der Zentralrat der Juden - zu Recht! - seine Empörung bei Ulrich Wickert äußern würde? Nein, nicht nur deshalb. Sondern weil die Gleichsetzung einer Religion und insbesondere ihrer führenden Figuren und Symbole mit profanen Gewaltsymbolen eine Beschimpfung dieser Religion und eine Aufhetzung gegen sie darstellt, die geeignet ist, den Frieden zwischen den Religionen zu gefährden. Wer das tut, karikiert nicht, sondern handelt im günstigsten Fall strohdumm. Dummheit ist - leider, möchte man manchmal seufzen! - sicher kein Ausschlussgrund für Medienfreiheit. Bewusste Verunglimpfung einer ganzen Religion - egal, ob uns diese nun zusagt oder nicht - aber sehr wohl. Wer dies tut, kann sich ebenso wenig auf die Pressefreiheit berufen, wie dies ein wieder auferstandenes Nazihetzblatt à la Der Stürmer könnte. Wenn die religiösen Fundamentalisten in den USA derzeit bereits Darwin aus den Schulbibliotheken zu verbannen versuchen; wenn  die bayerische Landesregierung einen Kreuzzug  um die religiöse Ausgestaltung bayerischer Klassenzimmer startete; wenn die volkstümliche Kölner Bezeichnung des gekreuzigten Jesus als "Lattenjupp" nicht nur den dortigen Kardinal Meisner, sondern - mehrfach in der Vergangenheit! - auch den Staatsanwalt wegen "Verletzung der religiösen Gefühle" auf die Barrikaden trieb,  sollten wir uns äußerst bedeckt halten, wenn es um die Verletzung der religiösen Gefühle anderer geht. Und nicht nur der taz, für die ich früher mal schrieb und die nun gleich wieder den Untergang der abendländischen Medienfreiheit befürchtet, sei ins publizistische Stammbuch geschrieben: Pressefreiheit? Aber immer! Stürmerfreiheit? Nein Danke!




Notiz: Ich glaube denn auch, daß die "Karikaturen" eindeutig ein Versuch waren , durch Verächtlichmachung des Islam den Krieg der Kulturen künstlich anzuheizen. Unsere Medien bemühen sich nach Kräften, Öl ins Feuer zu gießen und nun die Muslime, deren Gefühle gröblichst verletzt wurden, als totalitäre Fanatiker darzustellen. Dabei waren die Urheber der "Karikaturen" die Fanatiker. GW